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Klein Berry sagt Hallo
01.12.22

Berry – die Geschichte eines Kätzchens aus Razlog/Bulgarien
Berry war eine von so vielen Straßen Katzen in Bulgarien. Sie lebte zusammen mit ihrer Mami und ihren Geschwistern in der Näher eines Restaurants in der kleinen Touristenstadt Razlog in Bulgarien. Sie wurden dort gefüttert und einigermaßen ok versorgt. Natürlich ist das kein wünschenswertes Leben für Katzen, aber ohne genug Pflegestellen müssen so viele Katzen auf der Straße überleben. Und im Verhältnis zu vielen anderen Straßenkatzen ging es der Familie dort ganz gut.

Bis eines Tages irgendein menschlicher Abschaum die kleine 3 Monate alte, zutrauliche, verschmuste Berry so schlimm getreten hat, dass ihr Becken an mehreren Stellen gebrochen wurde.
Sie hat dann leider erst mal weiter auf der Straße überleben müssen. Glück im Unglück hat ein tierliebes Paar ihren Zustand erkannt und sind nicht unbeteiligt an ihr vorbeigelaufen. Sie haben ihren Urlaub buchstäblich auf den Kopf gestellt, um der Kleinen helfen zu können. Sie haben all ihre Pläne umgestellt, die kleine Berry zum Tierarzt gebracht und sie dann sogar in ihrem Hotelzimmer geschmuggelt.

Berrys kleiner Körper hat schnell versucht, das gebrochene Becken zu reparieren und so konnte sie zwar langsam gehen, aber da der Bruch nicht sofort behandelt und gerichtet wurde, ist das Becken schief zusammengewachsen. Durch das Becken verläuft mittig der Darmausgang und dieser „Knochendurchgang“ ist stark verengt bei ihr. Dadurch fällt es ihr schwer richtig Kot abzusetzen.
Zusätzlich haben die Nervenschädigungen durch die Verletzung zu einer Darmträgheit geführt.
Berrys Darm transportiert den Kot nur sehr langsam und oft nicht von selbst heraus und das muss dann noch durch den zu engen Kanal am Becken geschehen.

Das Paar hat Hilfe gesucht und ist über die Internetsuche auf uns gestoßen und unsere Partnerin und Pflegestelle Ralitsa. Nach einer kurzen Kontaktaufnahme hat Ralitsa sich sofort bereit erklärt, die Kleine aufzunehmen. Ein paar Tage später haben Berrys Retter sie in eine Klinik in Plovdiv zu Ralitsa gebracht. Der Arzt dort hat sie operiert und ein Fixateur eingesetzt, um den Beckenknochen zu stabilisieren.
Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass es bessere Methoden gibt.
Dann kam die kleine Maus zu Ralitsa, das Parr musste zurück nach Deutschland reisen.

Trotzt der OP verbesserte sich die Darmträgheit von Berry nicht. Ralitsa hat eine Behandlung mit Lactulose (Standardbehandlung bei Darmträgheit) und täglichen Einläufen begonnen, damit ihr Darm langsam seine normale Arbeit wieder aufnehmen kann. Dieser Prozess ist langwierig und man muss viel ausprobieren, bis man die bestmögliche Wirkung erzielt. Aber es gibt mittlerweile deutliche Fortschritte – Berry geht öfters von allein und die Einläufe macht Ralitsa jetzt nur 1x täglich.

Berry hat sich schnell eingelebt bei Ralitsa. Sie lebt in der Pflegestelle mit mehreren Katzen und Hunden zusammen und hat schon Freunde gefunden, mit denen sie spielen und Unsinn anstellen kann. Sie hat ständig großen Appetit, nimmt gut zu und genießt ihr sorglosen Leben in Sicherheit.
In ca. 6-8 Wochen steht Berry eine zweite OP bevor. Der Fixateur muss wieder rausoperiert werden. Gleichzeitig hoffen wir, dass die Behandlung der Darmträgheit weiter positiv den Darm beeinflussen wird, sodass Berry ganz gesund wird.
Außerdem wird bei der OP der Beckenknochen neu gerichtet, so das der Durchlass für den Darm wieder normal groß ist. Wir hoffen das die OP gut klappt und Berry danach besser Kot absetzten kann.

Wir haben heute eine Vorausberechnung der OP Kosten, für die OP am 02.12.22 erhalten.
Insgesamt wird die OP ca. 1165 lev Kosten, das enstpricht etwa 595,- Euro.
Wir wären sehr dankbar für jeden Euro an Hilfe. Gerne mit Verwendungszweck Berry OP.
Wir berichten nach der OP wie es gelaufen ist und geben hier auch regelmäßig Updates.

Klein Berry
Update 14.12.22

Berry hat die OP gut überstanden und durfte nach ein paar Tagen Klinikaufenthalt auch wieder nach Hause.
Der Fixateur am Becken wurde entfernt und das Becken an sich mit dem Durchgang für den Darm wurde gerichtet. So sollte wieder genug Platz sein für den Darm, das die Kleine normal Kot absetzten kann.
Das konnte Ralitsa auch sofort Zuhause sehen, Berry hinterließ direkt nach Ankunft eine fast normal dicke Überraschung und nicht wie sonst diese dünnen strak gepressten Würstchen.

1 Woche nach der OP hat Ralitsa neue Röntgenbilder von Berrys Bauch gemacht um zu sehen wie es um die Darmträgheit steht. Leider war ihre Beobachtung richtig und die ist weder verschwunden, noch sichtlich viel besser geworden.
Noch immer staut sich der Kot bei Berry im Enddarm an und verursacht ein Megacolon. Und das trotz täglichen Einläufen und Lactulose.
Die OP hat zwar dafür gesorgt das Berry wenn sie auf Toilette geht nicht mehr so pressen muss, weil der Durchgang zu klein war aber die Fehlfunktion im Darm wurde davon anscheinend nicht verursacht.
Also weiter Lactulose, weiter Einläufe und regelmäßige Röntenbilder zur Kontrolle.

Darmträgheiten können leider sehr lange dauern bis man mit Hilfe von Lactulose und anderen Dingen es schafft das der Darm wieder normal funktioniert.
Unser bisher längster Fall, hat 1,5 Jahre gedauert. Wir hoffen das es bei Berry schneller geht und überhaupt irgendwie wirklich besser wird.
Dafür muss Ralitsa mit der Gabe der Lactulose viel experimentieren in Kombination aus Häufigkeit (1-3 mal täglich) und Dosierung.

Die OP hat insgesamt mit Vorsorge, Nachsorge und Aufenthalt insgesamt 1340,50 Lev (ca. 686,-€).
Vielen lieben Dank an alle die für Berry gespendet haben, wir konnten mit eurer Hilfe die Rechnung bezahlen ohne das es dann an Geld für Futter und Versorgung der anderen Pflegekatzen gemangelt hat.

Wir werden hier weiterhin Updates schreiben über Berry und jetzt gibt es noch ein paar aktuelle Fotos von der Kleinen.

Pepo sagt Hallo
06.01.23

Pepo, ca. 2 Jahre alt (geschätzt), ist zusammen mit Vasco (den stellen wir die Tage auch vor) seit Ende November 2022 neu bei Ralitsa.
Sie hat ihn in einem Dorf, wo noch ein Elternhaus ihrer Familie steht, auf der Strasse gefunden. Er war sehr krank, konnte nicht gut fressen und schien beim Fressen Schmerzen zu haben.
Da sich die Bewohner in dem Dorf kaum um die Katzen kümmern und teilweise sogar Kastrationsversuche sabotieren, war klar, dass Pepo so nicht lange überlebt.
Pepo war viel zu krank, um mit Ralitsa nach Hause zu kommen. Er musste erstmal stationär in der nächst größeren Stadt in eine Klinik. Die haben ihn dort notfallmäßig versorgt und symptomatisch behandelt.
Ralitsa hat Pepo dann mit nach Plovdiv genommen und ihn dort weiter stationär in einer Tierklinik untergebracht. Zu dem Zeitpunkt waren seine Überlebenschancen besser, aber es war noch nicht sicher, dass er es schafft.
In der Klinik mussten sie ihn weiter mit Antibiotika und unterstützenden Infusionen und Mitteln zum Aufpäppeln behandeln, damit er eine Chance hat. Sowas kann man Zuhause leider nicht selbst schaffen, wenn man nicht gerade Tierarzt ist oder sehr erfahren ist, plus den Platz und die Ausstattung hat.
Also blieb Pepo bis Ende November in der Klinik, bis er fit genug war, dass er endlich zu Ralitsa nach Hause durfte.

Jetzt, da er einigermaßen fit genug war, musste Ralitsa sich um seine schlechten Zähne und das entzündete Zahnfleisch kümmern. Es war klar, dass er eine Zahnsanierung brauch, aber es war nicht so schlimm, das es das Risiko wert gewesen wäre, schon Ende November Pepo die OP zumuten zu können.
Pepo futterte ganz gut, zeigte aber immer wieder, dass ihm die Zähne Probleme machten.
Ralitsas gute Pflege, zu viel zu Essen wie er mochte, Ruhe und Pepo erholte sich schnell, nahm an Gewicht zu und war dann kurze Zeit später endlich fit genug für eine umfangreiche Zahnsanierung.
Leider gibt es in Bulgarien, außer in der Hauptstadt, kaum Tierärzte, die sich auf gewisse Bereiche spezialisieren. Also hat Ralitsa bei dem besten Tierarzt, den sie kennt, die Zahnsanierung durchführen lassen.
Das hat auch soweit gut geklappt. Pepo hatte wirklich einige kaputte Zähne.
Zuerst ging es ihm auch besser und es sah so aus als hätte er keine Zahnprobleme mehr. Leider hat sich das schnell geändert und er zeigte immer wieder starke Schmerzreaktionen bei Nassfutter, das etwas „klebriger“ ist.
Pepo mag es gar nicht festgehalten zu werden und ihm ins Mäulchen zu schauen, da wird der Kleine zum großen Tiger. Zu zweit hat Ralitsa es geschafft und wir konnten mit Hilfe von Fotos und Videos unsere Haustierärztin hier in Deutschland (mal wieder) um Hilfe bitten.
Auf den Bildern kann man in Pepos Maul rechts unten eine entzündete schmerzhafte Zyste erkennen.

In Deutschland hätte man bei einem so schweren Fall die Zahnsanierung bei einem Spezialisten mit Dentalröntgen machen können. In Bulgarien ist das vielleicht nur in der Hauptstadt Sofia möglich, aber sonst nirgends.
Deshalb ist die wahrscheinlichste Erklärung für diese Zyste – Zahnreste, die im rechten Unterkiefer von der Zahnsanierung geblieben sind, welche jetzt diese Reaktion hervorrufen.
Das Gute daran ist, diese „Zahnreste“ werden wahrscheinlich vom Körper einfach aufgelöst und absorbiert oder kommen wie ein kleiner Fremdkörper aus dem Zahnfleisch heraus. Pepo bekommt heute ganz starke, hochdosierte Entzündungshemmer mit Depot Wirkung.
Das Mittel ist gleichzeitig schmerzlindern und macht Appetit. Wenn das gut funktioniert, sollten wir schnell eine Verbesserung sehen und können die Behandlung in einer Woche wiederholen.
Hoffen wir das es klappt.

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