Tolli hatte sein Zuhause schon gefunden,
bevor er überhaupt online war
Manche Katzen warten Wochen oder Monate auf die richtige Anfrage. Andere schaffen es, ihr Zuhause zu finden, bevor wir überhaupt dazu kommen, sie auf unserer Webseite vorzustellen. Tolli gehört glücklicherweise zur zweiten Gruppe.
Vom scheuen Straßenkater zum Schmusekater
Ralitsa hatte Tolli schon einige Zeit in ihrer Nachbarschaft in Bulgarien beobachtet. Der rot weiße Kater, geschätzt im April 2025 geboren, fiel ihr sofort auf, weil er sich auffällig bewegte. An ihn heranzukommen war allerdings zunächst unmöglich. Tolli war so scheu, dass er bereits auf große Entfernung vor Menschen flüchtete und sich versteckte.
Mit der Zeit rückte er immer näher an Ralitsas Haus heran. Irgendwann durfte sie ihm zumindest aus einigen Metern Entfernung Futter hinstellen. Ende April gelang es ihr schließlich, Tolli mit einer Falle zu sichern und in eine Tierklinik zu bringen.
Dort zeigte sich auf den Röntgenbildern eine traurige Ursache für seine auffällige Bewegung: Auf Tolli war mit einem Luftgewehr geschossen worden. Zwei Geschosse stecken bis heute im Bereich des hinteren Oberschenkels und der Hüfte.
Tolli wurde gründlich von erfahrenen orthopädischen Chirurgen untersucht. Die Geschosse liegen tief im Gewebe und sind vom Körper eingekapselt. Eine Operation würde viel gesundes Muskelgewebe verletzen und Tolli deutlich mehr belasten, als ihm die Entfernung der Geschosse nutzen würde. Deshalb haben die Spezialisten ganz bewusst von einer Operation abgeraten.
Und Tolli selbst? Der macht sich darüber zum Glück überhaupt keine Gedanken. Er hat keine Schmerzen, springt, klettert und bewegt sich ganz normal. Auch Berührungen in diesem Bereich stören ihn nicht. In seinem Alltag ist er dadurch nicht eingeschränkt.
Vertrauen musste Tolli erst lernen
Nach seinem Aufenthalt in der Klinik zog Tolli zu Ralitsa. Begeistert war er von dieser Entscheidung zunächst eher nicht. Menschen fand er ausgesprochen verdächtig und anfassen lassen wollte er sich schon gar nicht.
Ralitsa gab ihm die Zeit, die er brauchte. Und nach und nach passierte etwas, das am Anfang kaum vorstellbar gewesen wäre. Aus dem Kater, der Menschen schon aus großer Entfernung aus dem Weg gegangen war, wurde ein sehr menschenbezogener und verschmuster Kater.
Nur bei seinen Artgenossen war Tolli ziemlich eindeutig. So schön Menschen inzwischen auch sein können, auf andere Katzen kann er in seinem persönlichen Glück sehr gut verzichten. Tolli möchte seine Menschen lieber für sich haben.
Und dann kamen genau die richtigen Menschen
Noch bevor wir Tolli überhaupt auf unserer Webseite vorstellen konnten, meldeten sich liebe Katzenmenschen aus dem Rheinisch Bergischen Kreis bei uns. Nachdem ihre früheren Katzen verstorben waren, wünschten sie sich wieder eine Samtpfote in ihrem Leben.
Wir durften sie kennenlernen und schnell war klar, dass hier sehr viel passt. Ein eigenes kleines Häuschen, viel Platz, viel Zeit und vor allem Menschen, denen das Wohl ihrer Tiere wirklich am Herzen liegt.
Nun musste nur noch die richtige Katze gefunden werden.
Ralitsa schlug verschiedene Katzen vor und auch Tolli war dabei. Gerade weil er so menschenbezogen ist, gleichzeitig aber ausdrücklich keine Katzengesellschaft möchte, schien dieses Zuhause wunderbar zu ihm zu passen.
Dann ging es plötzlich ziemlich schnell. Bilder, Videos, Erzählungen und Videocalls reichten aus und Tolli hatte es geschafft: Seine zukünftigen Menschen verliebten sich in ihn, noch bevor er überhaupt einen eigenen Vermittlungsartikel bekommen hatte.
Angekommen ist nicht dasselbe wie ausgepackt
Inzwischen durfte Tolli nach Deutschland reisen und ist in seinem eigenen Zuhause angekommen.
Ganz Tolli wäre es allerdings nicht, wenn er nach einer solchen Veränderung sofort beschlossen hätte, dass nun alle Formalitäten erledigt sind und der Schoß seiner Menschen ab Tag eins ihm gehört. Noch ist er vorsichtig und lässt sich nicht immer anfassen. Aber jeden Tag wird die Entfernung ein bisschen kleiner und das Vertrauen ein bisschen größer.
Seine Familie gibt ihm genau die Zeit dafür.
Und wir kennen Tolli inzwischen gut genug, um zu wissen, was hinter dieser vorsichtigen Fassade steckt. Bei Ralitsa hat er bereits einmal gezeigt, wie viel Nähe und Anhänglichkeit zum Vorschein kommen, sobald er einem Menschen vertraut.
Deshalb sind wir ziemlich sicher: Der Tag, an dem Tolli bei seinen neuen Menschen auf dem Schoß sitzt und ganz selbstverständlich ihren Alltag begleitet, dürfte nicht mehr allzu weit entfernt sein.
Manchmal braucht es eben keinen Vermittlungsartikel, sondern einfach zur richtigen Zeit die richtigen Menschen. Tolli hat seine gefunden. ❤️
