Kastrationen in Burgas-Bulgarien

Update 07.09.21 Wir müssen uns entschuldigen, dass wir so lange gebraucht haben, um ein neues Update zu schreiben. Die letzten Monate waren so voll mit Notfällen, Arbeit für eine neue Pflegestelle, kranken Miezen und fast täglich einem Hilferuf. Wir werden jetzt nach dem Vorbild von unserer Freundin Cleo (Estepona Katzen) anfangen, Updates in Tagebuchform zu schreiben. Damit können wir einen besseren Einblick in unsere Arbeit geben. Das erste Tagebuch wird auch in Kürze online gehen.

Zurück zu den Kastrationen: Gute Nachrichten. Alle Katzen in der „Straße der Katzen“ sind kastriert. Lili und ihre ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen haben Tag und Nacht Fallen aufgestellt, bis auch die letzte Katze gefangen werden konnte und kastriert wurde.
Die weiblichen Katzen wurden alle in der Klinik kastriert, mit denen Lili (Purr Paws Burgas) eine Vereinbarung hat. Alle männlichen Katzen wurden zu einer anderen Klinik gebracht, die eine Vereinbarung zur Kostenübernahme mit der Stadt hat.
Jetzt fragt ihr Euch sicher, warum nicht alle Katzen zu der Tierklinik gebracht wurden, welche die Kosten von der Stadt erstattet bekommt.
Um das zu verstehen, müssen wir uns vorher zusammen kurz anschauen, was bei der Kastration von Katzen eigentlich geschieht.
Bei einem Kater ist es ein kleiner Eingriff, bei dem die Hoden entfernt werden. Das geht schnell und ist sehr simpel, nur ein kleiner Schnitt am Hodensack und ein paar Minuten. Unsere Tierärztin sagt dazu immer „ein schnelles Schnipp-Schnapp“.
Bei den Katzen ist das eine viel größere, richtige Operation. Die Bauchdecke muss geöffnet werden, damit die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt werden können. Dabei kann es viele Komplikationen geben: Die Katze ist rollig, dann ist alles sehr stark durchblutet. Die Katze ist noch ganz am Anfang einer Trächtigkeit, die Katze hat eine Entzündung in der Gebärmutter…
Die OP bei der Katze ist also aufwendiger, länger, komplizierter und mit einem viel höheren Risiko verbunden. Dazu kommt, dass es sich bei den Katzen nicht um wohlbehütete, gesunde Hauskatzen handelt, sondern oft um kranke, geschwächte Straßenkatzen.
Jetzt kann sich jeder vorstellen, dass eine Kastration von einem Kater jeder Tierarzt ohne Probleme hinbekommen sollte. Bei der Kastration der Katze ist das zumindest in Bulgarien leider nicht so „einfach“. Mit der Tierklinik, die eine Vereinbarung mit der Stadt hat, haben Lili und auch andere Tierschützer vorher sehr schlechte Erfahrungen gemacht, wenn es um die Kastration von weiblichen Katzen ging. Um es vorsichtig auszudrücken, niemand, der eine Wahl hat, bringt dort eine weibliche Katze zur Kastration hin.
Die Tierklinik, mit der Lili eine Preisvereinbarung hat, macht nichts außer Kastrationen. Alle Tierärzte dort sind super erfahren mit der Kastration von weiblichen Katzen und kommen auch mit Komplikationen sehr gut zurecht.
Keine Katze, die dort hingebracht wurde, ist gestorben.
Also wurden alle weiblichen Katzen zu Lilis Klinik gebracht. Alle Katzen haben es gut überstanden und mit Eurer Hilfe wurden die Kosten dafür bezahlt.
Wobei wir hier von nur 30 Euro reden inkl. Voruntersuchung, Nachbehandlung und mind. eine Nacht stationären Aufenthalt zur Überwachung nach der Kastration.
Insgesamt waren es auch viel weniger männliche Katzen auf der Straße als weibliche und die wurden alle in der anderen Klinik kastriert, wo die Stadt die Kosten übernommen hat. Das hat dann auch gut funktioniert.

Nachdem die „Straße der Katzen“ dann Mitte Juni komplett durchkastriert war, hat Lilis Klinik allerdings die Kastrationen ausgebremst. Es waren in kurzer Zeit so viel Katzen kastriert worden, dass wir alle mit den Spenden gar nicht hinterhergekommen sind.
Mitte Juni war eine Summe von ca. 2300 Euro offen. Die Klinik wollte dann erst mal die offenen Rechnungen bezahlt haben, bevor sie weitermachen.
Im Grunde ein Riesenerfolg, denn von Anfang des Jahres bis Mitte Juni sind 211 Katzen kastriert worden. Aber jetzt mussten wir erst mal mithilfe Eurer Spenden die Kastrationen bezahlen.
Das hat dank Euch auch super funktioniert und im August war alles bezahlt.

Eigentlich wollte Lili dann wieder loslegen und weiter kastrieren. Wie das leider so oft im Tierschutz ist, kommt es anders als geplant. Lili hat eine Tierklinik mit einer guten und sehr tierschutzfreundlichen Tierärztin, wo sie ihre Pflegekatzen behandeln lässt.
Dort bringt sie auch die ganzen Notfälle hin, welche sie oft auf Zuruf schwer verletzt und krank von der Straße holt. Dort sind in relativ kurzer Zeit immense Kosten angefallen. Mitte August waren etwas über 12.000 Leva offen, da sind ca. 6.100 Euro.
Die Klinik drohte weitere Behandlungen abzulehnen. Die Klinik behandelt die kranken Katzen weiter unter zwei Bedingungen. Alle neuen Behandlungen müssen direkt bezahlt werden und monatlich müssen zusätzlich 2.000 Leva abbezahlt werden (ca. 1000 Euro).
Uns blieb also keine Wahl, als die Kastrationen für die nächsten Monate auf Eis zu legen und zu versuchen, Lili so gut es geht bei der Bezahlung der Kosten zu helfen.

Im Januar sollte dann alles abbezahlt sein und die Kastrationen können wieder weitergehen. Vielleicht auch schon früher, wenn genug Spenden in Bulgarien und hier in Deutschland reinkommen und zusätzlich zu den Zahlungen an die Klinik Geld übrig bleibt.
Auf jeden Fall unterstützen wir Lilis Entscheidung, die Kastrationen für eine Zeit zu stoppen. Wenn sie nicht weiterhin ihre Katzen und die neuen Notfälle behandeln könnte, wäre das eine absolute Katastrophe.
So nebenbei, in Bulgarien hat die Bezeichnung Tierklinik nicht die gleiche Bedeutung wie hier. Diese Kliniken sind vergleichbar mit etwas größeren Gemeinschaftspraxen hier bei uns. Also keine vielleicht teuren Klinikpreise, im Gegenteil, die Klinik ist sehr entgegenkommend und gibt Rabatte und hilft, wo sie nur kann, mit der Abgabe von Medikamenten zum Selbstkostenpreis etc.

Zum Abschluss des Updates noch mal ein dickes, fettes Danke an alle Unterstützer. Ihr habt geholfen, innerhalb von einem halben Jahr 211 fast ausschließlich weibliche Katzen zu kastrieren. Rein rechnerisch bedeutet das 800 bis 1200 mögliche neue Kitten weniger auf den Straßen. Das Schicksal, das die kleinen Kitten auf den Straßen erwartet, ist pures Leid und Elend. Ein Großteil stirbt innerhalb der ersten Monate. Und die, welche überleben, bekommen dann innerhalb ihres ersten Lebensjahres schon den ersten Wurf eigener Kitten.
Bald können wir weitermachen mit den Kastrationen, bei einer anderen der zahlreichen Katzen-Kolonien in Burgas.

Update 15.06.21 Im Mai sind 43 Katzen kastriert worden. Alle weiblich. Bis Mitte Mai haben Lili und ihre Helfer und Helferinnen die Kastrationen bei verschiedenen Kolonien von Straßenkatzen durchgeführt.

Seit Mitte Mai haben sie angefangen, Katzen aus der „Straße der Katzen“ zu kastrieren. Das ist eine Straße, wo sich über Jahre unzählige Katzen angesiedelt haben und von Anwohnern gefüttert worden sind. Aber bis jetzt haben die Anwohner verhindert, dass die Katzen kastriert werden.
„Den Lauf der Natur“ haben die das genannt. Also in einer von Menschen gebauten, betonierten Straße sammeln sich verlassene Katzen, vermehren sich ungehemmt, leiden, hungern, kämpfen, erkranken und sterben.
Dieses Elend war für die Anwohner der „Lauf der Natur“. Keine Kastrationen, keine tierärztliche Behandlung, nur immer mehr tote Katzen, tote Kitten, verletzte Tiere.
Die Zustände in dieser Straße sind so schlimm, dass selbst erfahrene Tierschützer wie Lili die Straße nicht mehr betreten konnten, ohne in Tränen auszubrechen.

Lili hat seit Jahren immer wieder versucht, die Anwohner in der Straße zu überreden, die Tiere zu kastrieren. Vor ein paar Wochen kam Lili mit den Leuten wieder ins Gespräch und das Elend und die toten Kitten wurden sogar den Anwohnern zu viel.
Endlich haben sie zugestimmt, dass Lili die Katzen kastrieren darf.

Aber das sind richtig viele Katzen und damit auch richtig hohe Kosten. Genug Geld für die ganzen Kastrationen ist nicht mehr da. Aber die Chance, jetzt endlich dort den Teufelskreis von immer weiteren neuen Kitten zu durchbrechen, dürfen wir uns nicht entgehen lassen.
Lili, Ralitsa (Lilis rechte Hand und unsere Ansprechpartnerin) und wir haben überlegt, wie wir das angehen können. Aufgeben ist keine Option. Eine Lösung haben wir nicht gefunden, aber die Klinik lässt uns sehr viel Zeit, die Kosten der ganzen Kastrationen zu bezahlen.
Lili und wir bitten auf allen Kanälen um weitere Spenden und hoffen das Beste.
Zudem haben wir mit unserer Bank gesprochen und werden von unseren Ersparnissen etwas freimachen können und mit in den Topf werfen.
Keine Ahnung, ob das reichen wird, aber die Kastrationen laufen schon richtig gut. Jeden Tag gehen neue Katzen in die Fallen. Wir wollen Lili nicht stoppen, so viele tote Tiere können verhindert werden.

Bitte, wer kann, jeder Euro hilft. Eure Spenden für die Kastrationen werden zu 100% für die Kosten der Kastrationen verwendet.

In der Strasse der Katzenleben die Katzen in vielen Kolonien. Beim Füttern und Fangen sieht man meist immer nur die Katzen, die sich in dem kleinen Stück der Strasse aufhalten wo man gerade füttert.

Unsere Bankverbindung:
Tierschutz-Team-Koeln e.V.
Sparkasse Leverkusen
IBAN DE96375514400200428068
BIC WELADEDLLEV

Update 11.05.21 Lili und ihre Helfer*innen sind begeistert. Dank der finanziellen Unterstützung konnten im April 60 Katzen kastriert werden, fast alle weiblich.
Alles scheue Strassenkatzen aus Kolonien die Lili und Ihre Helfer*innen betreuen und versorgen. Damit ist eine Flut an Kitten verhindert worden in diesen Kolonien, die jetzt im Mai bereits beginnen würde.
Lili schickte uns die Tage ein Foto von einer kleinen Gruppe von Strassenkatzen und schrieb „Bitte sage allen Danke von mir, die geholfen haben das wir soviel kastrieren können. Ohne die Hilfe würde ich bald wieder jeden Tag wenn ich komme frisch geborene oder tote Kitten finden in dieser Katzengruppe.“

Auch wenn wir in Deutschland Strassenkatzen haben, diese Menge und dieses Elend können wir uns gar nicht vorstellen. Wie muss es sein jeden morgen beim füttern auf der Strasse nicht zu wissen was einen erwartet, tote Kitten, hochschwangere Katzen, kranke Kitten.. ein Albtraum.
Was Tierschützer wie Lili, Maria, Pepa, Cleo und all die anderen zehntausenden Tierschützer in Europa und auf der ganzen Welt jeden Tag an Leid ertragen müssen, unvorstellbar.
Wir alle können daran etwas ändern, natürlich in erster Linie mit Spenden, aber auch mit Petitionen für Kastrationspflicht, E-Mails an seine Stadt für eine Kastrationspflicht, Nachbarn die wenig Geld haben anbieten die Kastration für Ihre Freigänger Katze zu bezahlen, im Urlaub (sobald wieder möglich) dem örtlichen Tierschutzverein helfen die Katzen am Hotel zu kastrieren, es gibt so viele Möglichkeiten.
Danke an alle, die helfen das Leben der Strassentiere nachhaltig zu verbessern.
Bei Lili im Profil sind Bilder der kastrierten Katzen.

Update 09.04.21 Die nächste Flut an Kitten steht kurz bevor, jede kastrierte Katze bedeutet 4-6 Kitten weniger auf den Straßen in Burgas und Umgebung.
Lili und Ihre Helferinnen haben sich zusammengetan, gut organisiert und kastrieren so viel Katzen wie Sie schaffen können. Im März haben Sie 43 Katzen kastriert, 3 männliche Kater und 40 weibliche Katzen. Und es werden täglich mehr Katzen.
Das ist nur möglich Dank Eurer Hilfe, vielen Dank an alle Spender, ohne Euch wäre das nicht zu schaffen.
Alle Spenden, die wir von Euch für die Kastrationen bekommen haben, sind von uns vollständig weitergeleitet worden. Wir haben Eure Spenden mit eigenen privaten Spenden erhöht, so konnten die Tierschützer durchgehend kastrieren.

Mit den aktuell noch verfügbaren Spenden sind die Kosten für die laufenden und weitere Kastrationen finanziert.
Bitte helft das die Kastrationen weiter laufen können, jeder Euro hilft, eine Kastration kostet nur 30 Euro und verhindert sterbende Kitten auf der Straße.

Den aktuellen Stand an Kastrationen und Spenden für Kastrationen könnt ihr selbst aktuell verfolgen.

 

Update 03.03.21 Lili und ihre ehrenamtlichen Helfer*innen waren fleißig. Sie haben noch weitere Miezen kastriert, alle weiblich. Für die Tierschützer *innen ist das eine Riesen-Hilfe. Es sind alles Katzen aus Straßenkolonien, welche von den Tierschützer*innen betreut und versorgt werden.
Allein die Kastrationen im Januar und Februar bedeuten 52 bis 78 neugeborene Kitten weniger (4-6 Kitten pro Katze), die gerettet werden müssten oder ein schlimmes Schicksal erleiden auf den Straßen.
Das wäre ohne Eure Spenden nicht möglich gewesen.

Auf Lilis Profil (Purr Paws Burgas) findet Ihr ab jetzt eine Übersicht aller Kastrationen mit aktuellem Stand, wieviel Spenden den Helfer*innen vor Ort gerade zur Verfügung stehen. Die Übersicht wird von uns und Ralitsa (Purr Paws Burgas) ständig aktualisiert.
Einfach unten auf den Button „Purr Paws Burgas (Lili)“ klicken, dort ist die Übersicht im neuen Abschnitt „Kastrationen in Burgas“. Wir möchten damit komplett transparent sein. Jeder soll sehen können, was mit seinen Spenden erreicht wird.
Das ist nur der erste Schritt, bald folgen noch größere Änderungen auf der Seite. So bekommt Ihr in Kürze, eine komplette Einsicht in alle Spenden und seht, wie wir diese verwenden, um den Tieren zu helfen.

16.02.21 Wie versprochen haben wir Eure Spenden für die Kastrationen an Lili (Purr Paws Burgas) weitergeleitet. Mit dem Geld konnte Lili die nächsten vier Katzen kastrieren lassen.
Da Lili so günstige Konditionen ausgehandelt hat, ist noch Geld übrig und die nächsten Kastrationen folgen noch diesen Monat .
Aufgrund des sehr kalten Wetters war es nicht möglich, im Januar mehr zu kastrieren. Es ist zu gefährlich, die Katzen nach der Kastration bei tiefen Minusgraden wieder in ihre Straßenkolonien zurückzubringen. Jetzt, wo die Temperatur wieder über Null steigt, können Lili und ihre Helfer *innen wieder Katzen fangen und kastrieren.
Alle vier Katzen sind weiblich. Im März/April hätten die Mädels schwanger werden können und im Mai/Juni müssten dann jeweils 4 bis 6 Kitten mehr auf der Straße ums Überleben kämpfen.

Wir haben bereits weitere Spenden für die Kastrationen von Euch erhalten. Ralitsa und Lili haben heute geschrieben, dass jetzt 7 weitere Katzen kastriert werden könnten. Wir werden heute die gesammelten Spenden auf das Konto von Purr Paws Burgas überweisen, dann können Lili und ihre Helfer *innen noch diese Woche beginnen, die Katzen zu fangen und zu kastrieren.

Möchtest Du helfen?

Wir garantieren Dir, 100% Deiner Spende wird für die Tiere verwendet.

Unsere Bankverbindung:
Tierschutz-Team-Koeln e.V.
Sparkasse Leverkusen
IBAN DE96375514400200428068
BIC WELADEDLLEV

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