Athene – große Persönlichkeit in kleiner Katze

Athene ist eine von den chronisch kranken Katzen, die sehr viel Betreuung brauchen, ihr Leben lang immer wieder behandelt werden müssen und die man nicht einfach versorgen kann, wenn man ein normales Arbeitsleben führt. Also hat Athene bei uns ihr Zuhause gefunden.
So einen Fall wie Athene haben wir vorher auch noch nicht bei uns gehabt. Die Erkrankungen der kleinen Mieze waren und sind eine ganz schön große Herausforderung.
Ende Juli 2020 fragte ein befreundeter Verein aus dem europäischen Ausland, ob wir bei einer Katze helfen können, die sie nach Deutschland vermittelt hatten. Die Katze Athene ist sehr krank und kann bei ihrer neuen Familie leider nicht bleiben.

Was war geschehen? Ein anderer, deutscher Verein hatte die Katze von dem ausländischen Verein vermittelt. Nur leider war Athene schon bei ihrer Ankunft krank und wurde noch wesentlich kränker in den darauffolgenden Tagen. Sie hatte einen sehr schlimmen Schnupfen. Ihre Nase war völlig verstopft, sie rotzte permanent eitrigen Schleim, konnte kaum die Augen aufmachen, war sehr schlapp und aß auch nicht gut. Die Familie ging mir ihr sofort zum Tierarzt. Leider war der Tierarzt, sagen wir mal, „nicht gut in der Behandlung“. Er gab Athene ein Antibiotikum, gegen das laut Antibiogramm eine Resistenz vorlag. Und das wusste der Tierarzt, er hatte das Antibiogramm selbst beauftragt. Also verabreichte er ein völlig nutzloses Antibiotikum.
Da die Behandlung gar nicht half, rotzte Athene weiter bei der Familie eitrigen Schleim aus und ein Kater der Familie steckte sich an. Wie sich nachher zeigte, ist der Kater leider sehr anfällig für Infektionen. Deshalb steckte er sich nach seiner ersten erfolgreichen Behandlung wieder bei Athene an. Immer mit Fieber und schweren Symptomen. Ungewöhnlich für einen erwachsenen, ansonsten gesunden Kater, aber nicht unmöglich.
Jetzt hatte die Familie eine Athene mit einem richtig schlimmen Infekt, der nicht besser wurde, und einen für Athenes Keime sehr anfälligen Kater.

Die einzige kurzfristige Lösung war, Athene alleine in ein Zimmer zu sperren. Die Familie richtete Athene ein ganzes Zimmer für sie allein ein und beschäftigte sich so viel wie möglich mit der Kleinen. Athene ging es zu diesem Zeitpunkt richtig schlecht, die Familie hat mit viel Geld und Tierarzt versucht zu helfen, kam aber nicht weiter. Bleiben konnte Athene auch nicht, sie würde den Kater nur immer wieder anstecken.
Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was ist denn mit dem deutschen Verein, der sie vermittelt hat, konnte der nicht helfen? Ob der Verein helfen konnte, wissen wir nicht, denn sie haben Athene weder besucht noch sich gekümmert noch einen anderen Tierarzt gesucht. Das Einzige, was der Verein getan hat, ist Athene online zu setzen. Sie wollten sie als Einzelkatze vermitteln, weil sie ja so ansteckend ist. Und das in dem kranken Zustand.
Als wir das alles erfahren haben, sind wir mit unserer Tierheilpraktikerin Bettina Weltersbach zu der netten Familie gefahren, um zu schauen, wie wir helfen können.
Als wir zu Athene ins Zimmer kamen, sahen wir selbst, wie verschnupft Athene war. So krank wie Athene war, hätten wir alles erwartet, nur nicht, dass diese kleine Prinzessin mit ihren tränenden Augen, der laufenden Nase und dem gesenkten Blick sich sofort bei Bettina auf den Schoß setzt, Bettina anniest und anfängt zu schmusen.
Damit war es klar, Athene kommt mit uns nach Hause. Die Familie war sehr traurig, dass sie Athene, trotz allem was sie getan haben, nicht helfen konnten, und dass Athene zum Schutz des Katers gehen musste.
Wir hatten schon am nächsten Tag einen Termin beim Fachtierarzt, der sich mit Infektionen bestens auskennt.

So ganz nebenbei, Athene hat auch eine Gaumenspalte (sehr wahrscheinlich angeboren), was die Behandlung von ihr schwieriger macht. Durch diese offene Stelle hinten im Gaumen können leicht Keime vom Mund in die Nase eindringen. Und wenn man Athene ansieht, erkennt man auch, dass irgendein Genfehler bei ihr für das äußerliche Erscheinungsbild und bestimmt auch für die Gaumenspalte verantwortlich ist. Auch die Nase ist außen wie innen davon betroffen. Das dürfte auch der Grund sein, warum der Schnupfen bei ihr so hartnäckig ist.
Athenes Behandlung fing an mit einer sehr langen Gabe von Antibiotika, wogegen keine Resistenz nachweisbar war. Es ging weiter mit Naturheilkunde, MMS, Homöopathie, Futterzusätzen, Immunstärkern … Und endete kurz vor Weihnachten mit einer teuren Ohren-OP. Eine darauf spezialisierte Chirurgin musste Athene einen Polypen in ihrem linken Ohr entfernen.

Nach alldem geht es Athene sehr gut. Sie wird nie ganz ohne Schnupfensymptome sein.
Aber sie hat zugenommen, futtert sehr gut, besonders gerne Nassfutter, was wegen ihrer Gaumenspalte gar nicht zu erwarten war. Sie ist aktiv und hat seit Anfang 2021 angefangen richtig zu spielen.

Sie kommt super in der Gruppe zurecht. Was auch kein Wunder ist, Athene hat schon nach ein paar Tagen bei uns gezeigt, was für eine wirklich große Persönlichkeit in ihr steckt. Sie ist grundsätzlich nett zu den anderen Katzen. Aber mit einem einzigen Blick bekommt sie alles, was sie will. „Ich will an dem Napf allein essen“, ein Blick, und der sechs-Kilo-Kater macht respektvoll Platz für Athene. Sie kuschelt mit unserer Hündin, spielt und kuschelt mit der kleinen, blinden Leela und sorgt für ein halb leeres Wohnzimmer, wenn sie gerade ihre wilden fünf Minuten hat. Da machen dann alle Miezen respektvoll Platz.
Wir hoffen, wir können Athenes Schnupfen mit allen Möglichkeiten so gut unter Kontrolle halten, dass sie ein langes, glückliches Leben hat. Die Familie meldet sich regelmäßig bei uns, unterstützt uns, so gut es geht, bei den Kosten für Athene, und hat einer anderen Katze aus dem Tierschutz ein Zuhause gegeben.

Wer mag, wer kann, ein paar Euro Unterstützung wären super. Athenes Kosten für Tierarzt, Medikamente und Heilmittel sind bis jetzt bei ca. 1.120 Euro (inkl. Ohr OP).

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